Mahesh

Der Anfang vom Anfang

Seit unserer ersten – damals puren Freizeit- und Trackingreise – nach Nepal waren wir von der Handwerkskunst der Nepalesen beindruckt. Da Eigeninteresse bekanntermaßen der beste Treiber ist, fanden wir uns schnell beim Anprobieren von Wolljacken in einem kleinen Shop im Herzen von Thamel/Kathmandu wieder. Der Verkaufsladen war ca. 25 m² groß und war gut organisiert. Es dauerte nicht lange, bis wir Mahesh kennenlernten und zusammen mit seinem Bruder Mahendra und deren Freund Malendra Masala Tee im zweiten Stock tranken.

Das gefällt uns am Unternehmen

Die beiden Brüder Mahesh und Mahendra und ihr gemeinsamer Freund Malendra führen genaugenommen zwei Unternehmen mit verschiedenen Schwerpunkten (dazu später mehr). Was sie vereint, sind die Prinzipien, nach denen sie ihre Geschäfte betrieben und von denen wir uns durch unsere mittlerweile mehrjährige Beziehung und unzähligen Besuchen in beiden Familienfertigungen überzeugen konnten:

Ihre Mitarbeiter sind ihr höchstes Gut. Sie erhalten faire Löhne und Überstunden werden bezahlt, es gibt Mittagspausen und Pausenräume, die Mitarbeiter und Familien werden in schwierigen Situationen unterstützt und die Arbeitsplätze sind sauber und lichtdurchflutet. Es ist schön, die Produktionen zu besuchen und von den Mitarbeitern lächelnd und warm begrüßt zu werden. Durch die gemeinsamen Mittagessen mit Geschäftsführern und Beschäftigten, konnten wir auch viel über die nepalesische Kultur und kulturellen Praktiken lernen.

In ökologischer Hinsicht zeigten beide Unternehmen großes Interesse und Engagement mit natürlichen und schadstofffreien Materialen zu arbeiten und wenn möglich zertifiziert. Das Ganze stellt sich nicht einfach dar in einem Land, in dem faste alle Rohmaterialien aus Indien bezogen werden oder die Herkunft unbekannt ist. Wie sich heute zeigt wurde unser Pioniergeist belohnt.

Geschäftlich und freundschaftlich lassen alle drei keine Wünsche offen. Meistens pünktlich, organisiert, ehrlich und immer zur Diskussionen für Produkt- und Qualitätsverbesserungen bereit. Mahesh und Mahendra sind zwei Brüder in unserem Alter und ähnlichen Einstellungen. Es gibt wohl keine bessere Basis für eine gute Beziehung. Malendra hat aufgrund seiner ruhigen Art und Geschäftsprinzipien den internen Titel ehrbarer Kaufmann von uns erhalten.

Entstehung der Unternehmen und was sie tun

Mahesh und Mahendra haben vor einigen Jahren die Familienproduktion von Wolljacken ihrer Eltern etwas außerhalb von Kathmandu übernommen. Mahendra kümmert sich um die Produktion und Mahesh um den Verkauf. Bei ihnen arbeiten etwa 20 Mitarbeiter, wovon die Hälfte Frauen sind. Bei der Fertigung haben sie sich ausschließlich auf Erzeugnisse aus neuseeländischer Schafwolle spezialisiert und einen enormen Erfahrungsschatz über diesen Rohstoff aufgebaut. Sie sind begeistert von unseren Ideen und Kreationen und wir von ihrem Know-How.

Malendra führt eine Weberei, die er vor 10 Jahren hinter seinem Familienhaus gebaut hat. Er ist Ingenieur und produziert fast ausschließlich für den lokalen Markt. Er begann seine Produktion mit 3 Webmaschinen und mittlerweile mehr als 25 Maschinen. Dabei handelt es sich nicht um eine Hightech-Produktion. Maldendra kauft ausgediente Webmaschinen aus Indien und China, die er selbst mit fünf Mitarbeitern wieder einsatzfähig macht. Hier entsteht das Innenfutter für unsere Wolljacken und viele andere Produkte. Das Besondere ist, dass wir jeden Faden und jedes Muster im Hinblick auf Farbe und Material selbst bestimmen und verändern können.

Werte und Partnerschaft

Was gibt es schöneres als ein Narrativ.

Nach dem schweren Erdbeben in Nepal 2015 wurde das Familienhaus von Mahesh und Mahendra, in dem sich die Fertigung auf 4 Stockwerken befand, schwer beschädigt und Mitarbeiter wurden verletzt. Außerdem sind bei sechs Beschäftigten die Familienhäuser eingestürzt. Die E-Mail, die wir von Mahendra erhalten haben, war wohl eine der berührendsten und ergreifendsten Mails, die wir je erhalten hatte. Als Folge des Erdbebens beschlossen die beiden Brüder den Familienbetrieb auszusetzen und einen Fonds ins Leben zu rufen, der sich für eine ausreichende Lebensmittelversorgung der Mitarbeiter und ihrer Familien, sowie den Aufbau der eingestürzten Häuser kümmerte. Falls ihr euch noch erinnert haben wir sie damals durch die Einführung unseres Tools „Aufrunden und Spenden“ und eure Hilfe unterstützen können. Die Lieferungen von Wolljacken ist für uns für 1,5 Jahre ausgefallen. Nichtsdestotrotz haben wir uns entschieden, unsere Herstellung bei den beiden Brüdern zu belassen und bekommen unsere Unterstützung und Loyalität mehrfach zurück.

Gibt es eine bessere Basis für eine langjährige Partnerschaft als Gegenseitigkeit? Denk drüber nach.

Kennziffer: 789321

 

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